Führen

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Jedes Team hat einen Teamleiter und Teammitglieder. Sie arbeiten zusammen. Sie interagieren. Führung ist Menschenführung. Einverstanden. Wie führen Deutsche aber? Wie wollen sie geführt werden?

Strategie und Taktik

Deutsche führen durch Aufträge, selten und ungern per Anweisung oder gar per Befehl. Der Auftrag impliziert und setzt eine klare Grenze zwischen dem Was und dem Wie. Das Was ist das Ziel, das Ergebnis. Das Wie ist der Weg zu diesem Ziel, ist also Umsetzung oder Implementierung. Anweisungen werden ausgeführt oder befolgt. Ein Auftrag hingegen wird erfüllt. Grundsätzliche Verantwortung für die Ergebnisse auf taktischer Ebene obliegt fast ausschließlich dem Durchführenden.

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Strategieformulierung

Deutsche Führungskräfte versuchen ihre Strategie zu etablieren, in dem sie innerhalb ihres Führungsteams einen möglichst breiten Konsens in der Sache herstellen. Mittel- bis längerfristige Strategien haben im Kontext eines deutschen Führungsgremiums bessere Erfolgschancen, wenn sie von vielen mitgetragen werden.

Dies bedeutet wiederum, dass viele die Strategie verstehen und akzeptieren. Ist der Konsens zur Strategie zustande gekommen, gilt es diese der breiten Mannschaft so zu vermitteln, dass auch die Mitarbeiter sie akzeptieren und ebenso entschlossen mittragen. Hier ist also Überzeugungsarbeit gefragt. Strategien, die per Organisationsautorität von oben nach unten verkündet werden, stoßen selten auf die Akzeptanz deutscher Mitarbeiter. 

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Strategiemodifizierung

Deutsche erwarten einen gewissen Freiraum, wenn es darum geht, Entscheidungen umzusetzen. Entscheidungen eigenständig umzusetzen, erachten sie als Teil ihrer Arbeit. Bei der Umsetzung von Entscheidungen kommt man oft an den Punkt, an dem es nötig wird, von den vorgegebenen Aufgaben abzuweichen. 

Solche Abweichungen werden von der deutschen Führungskraft akzeptiert und auch erwartet. In bestimmten Situationen fühlen sich Deutsche sogar verpflichtet, von einer vorgebenden Aufgabe oder einer Entscheidung abzuweichen, da sie als Experten sie als schlecht, kontraproduktiv oder sogar schädlich für das Geschäft erachten.

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Kommunikationslinien

Deutsche Teamleiter führen per Auftrag. Anweisungen werden bewusst allgemein formuliert. Teammitgliedern wird möglichst viel Interpretations- und Umsetzungsspielraum gegeben. Führen per Auftrag bedeutet in der Konsequenz, dass deutsche Teamleiter lange Kommunikationslinien zu ihren Teammitgliedern unterhalten.

Man lässt die eigenen Leute arbeiten. Der Status über laufende Projekte wird selten abgefragt. Teamführer und –mitglieder suchen das Gespräch hauptsächlich dann, wenn es Probleme gibt, für deren Lösung der Chef herangezogen werden muss. Ansonsten gilt die Maxime: „Geh’ nicht zu Deinem Fürst, wenn Du nicht gerufen wirst.“ 

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